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Sustainable Finance: Diskussion des SPD-Finanzforums mit Bundesbank-Vorständin Sabine Mauderer

Allgemein

Videokonferenz mit Sabine Mauderer (Bundesbank)

Nachhaltigkeit ist nicht erst seit Fridays for Future ein bedeutendes Thema für die Finanzmärkte. Am 03.11.2020 diskutierte das Finanzforum der Frankfurter SPD bei einem virtuellen Themenabend „Sustainable Finance“ mit Sabine Mauderer, die im Vorstand der Deutschen Bundesbank u.a. das Thema Nachhaltigkeit bearbeitet und im globalen Network for Greening the Financial System von Zentralbanken die Arbeitsgruppe „Scaling up green finance“ leitet.

Wie schaffen wir einen Finanzmarkt, der „grüne“ Projekte finanziert und dabei gleichzeitig die sozialen Auswirkungen in Betracht zieht? Wie kann man den Klimawandel, aber auch soziale Faktoren „einpreisen“ bei der Kreditvergabe und bei Investitionsentscheidungen? Schätzt der Markt die Kosten des Klimawandels richtig ein? Das waren Kernfragen der Diskussion.

Aktuell gibt es mehrere EU-Vorhaben, die über eine Regeln für Finanzmarktakteure indirekt die Unternehmen der Realwirtschaft zu einem Low-Carbon-Wirtschaften motivieren sollen. Entscheidend für den Erfolg der Klimapolitik, so Mauderer, ist es, dass alle Wirtschaftszweige nachhaltig werden und nicht nur die, die aktuell schon grün sind. Zentrales Regulierungsinstrument ist aus ihrer Sicht die CO2-Bepreisung.

Johannes Minet, der für das SPD-Finanzforum ein Thesenpapier zu Sustainable Finance vorstellte, weist darauf hin, dass Klimapolitik immer auch aus der Perspektive der „kleinen Leute“ gedacht werden muss.  Denn Nachhaltigkeit heißt nicht nur grün, sondern auch sozial zu wirtschaften. Beschäftigungssicherheit und Wohlstand hängt von zukunftsfähigem Wirtschaften ab. Klimaziele für einzelne Wirtschaftszweige sollten daher verbindlich, langfristig und in einem Schulterschluss aller gesellschaftlichen Institutionen wie Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Politik, NGOs und Wissenschaft ausgehandelt werden. Die Zeit für solche Pakte ist reif – selbst Arbeitgeberverbände warten auf diese Gespräche.

In der Diskussion mit knapp 40 Teilnehmern,  moderiert vom Sprecher des Finanzforums, Stefan Marx, ging es unter anderem um die Gefahr einer „Bubble“ aufgrund der hohen Nachfrage nach nachhaltigen Investments und die Möglichkeiten kommunaler Nachhaltigkeits-Anleihen.

Gemeinsam mit dem SPD-Finanzforum zeigt sich Sabine Mauderer überzeugt, dass Sustainable Finance kein Nischenprodukt bleiben darf, sondern ein bedeutender Baustein ist für nachhaltiges Wirtschaften.